Eine Gruppe von Künstler*innen des Vereins Ort für Kunst e.V. hat die „Kunst-Orte“ Aktionen angestoßen: Sie wollen Ladengeschäfte der Tübinger Innenstadt – in Nutzung sowie Leerstände – kreativ (mit-)nutzen und durch Kunst beleben. Als Ausstellungsräume, Kunstsalon, Schaufenstergalerie, Schauraum, als Veranstaltungsräume, Kurzzeit-Atelier oder Projekträume… Möglichkeiten gibt es viele, je nach Raumangebot! Aus jedem Laden kann mehr werden als ein Verkaufsraum – ein “Kunst-Ort” für einen Tag, eine Nacht – wie in der Tübinger Kulturnacht 2016; gern auch für mehr Tage und Nächte…so bspw. bei der bislang längsten Aktion im Osiander Outlet, das von verschiedenen Künstler*innengruppen über ein halbes Jahr bespielt wurde.
2020 riss die Kunst-Orte-Reihe wg. Corona ab. Das Künstlerkollektiv von Ort für Kunst e.V. verlegte sich auf „Kunst im Freien“, bespielte Straßen und Plätze – und kam damit bspw. in der Tübinger Kulturnacht 2024 in vielfältige Auseinandersetzung mit Orten der Stadt und mit dem Publikum.
Aktuelle Aktionen
Anlässlich der Tübinger Kulturnacht 2026 am 09.05.26 hat Ort für Kunst e.V. die Kunst-Orte-Aktionen wiederbelebt. Ziel war es, mit dem Publikum in die kreative Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten, lokalen Themen zu gehen. Drei Ausstellungen wurden präsentiert und jeweils in der Kulturnacht in einem kleinen Programm vorgestellt bzw. bespielt :
1.) Ines Dulay-Winkler präsentierte im Village ihre Ausstellung zum Thema „Perspektivwechsel zu Leerständen“ –für die Kulturnacht hat die Künstlerin ein besonderes Format „Rap, Talk, Create“ zusammen mit Felix Gebel entwickelt, das Teilnehmenden einen kreativen Zugang zum Thema ermöglicht -näheres s. Die Ausstellung wurde in der Kulturnacht am 9.5. eröffnet und kann bis zur Finissage am 6.6.26 zu den Öffnungszeiten im Village besichtigt werden..
2.) Sophie Linde zeigte in der Buchhandlung Rosalux „Gesichter des Widerstands“ – Porträtzeichnungen von Opfern der Anatomie der Tübinger Universität, die im Gräberfeld X auf dem Stadtfriedhof beigesetzt wurden. Die Künstlerin erläuterte in der Kulturnacht in einem Rundgang die Hintergründe.
Die Ausstellung ist danach noch bis zum 16.06.26 zu sehen.
3.) Felicia Dulay-Winkler stellte in einem Schaufenster des Ladens „vom Fass“ an der Ecke Marktplatz/Marktgasse Arbeiten aus ihrer Zeit im Kunst-Container des Kunstlaboratoriums Weststadt aus.
Beispiele für „Kunst-Ort-Aktionen“ – Archiv
Straßen und Plätze in der Tübinger Innenstadt, Kulturnacht 2024
Kunst-Ort Osiander, Osiander Outlet, Wilhelmstraße 12, Tübingen 2019/2020
Ausstellungen in Schaufenstern und Straßenaktion, Französisches Viertel Fest 2018
„8 Tage“ Ausstellung und Bespielung des leerstehenden Jugendamts/ Kunstamts
Partizipative Performance auf dem Marktplatz, Viki Semou 2017
Ausstellungen in Läden und Schaufenstern zu den Jazz & Klassik Tagen 2016 und in der Tübinger Kulturnacht 2016
Kreative Zwischen- und Leerstandsnutzung
Kunstlaboratorium Westadt – Mobile Ateliers auf einer Brachfläche in der Tübinger Weststadt als experimentelles Kunstgelände
Kunstamt, Tübingen – Erstes Leerstandsprojekt und Ausgangspunkt für die Kunst-Orte Idee war die Nutzung des ehemaligen Landratsamts und Kreisjugendamts als Atelierhäuser. Das „Kunstamt“ bestand fast 10 Jahre lang. Der Verein Ort für Kunst e.V. ist nach der Schließung daraus hervor gegangen.

